Das Wappen der Üsenberger aus der Zürcher Wappenrolle von 1340
Das Wappen der Üsenberger         
aus der Zürcher Wappenrolle
von 1340

Die Ruine der Kirnburg liegt auf 382 m üNN auf dem gleichnamigen Berg (Kurinberc seit 1219) oberhalb Bleichheims über der Einmündung des Kirnbachs in das Tal der Bleiche. Die Burg war das Verwaltungszentrum der üsenbergischen und später vorderösterreichischen Herrschaft Kenzingen und Kürnberg. Erbauer der Kirnburg ist im frühen 13. Jahrhundert Rudolf I. von Üsenberg.

Das 60 x 80 m große Areal der Oberburg und seine Vorburg ist mit mehreren Halsgräben nach Süden gesichert. Über diesen Sporn erfolgte einst der Zugang zur Wehranlage. Im Zentrum der Burg steht als ältestes Element der kurz nach 1200 aus Buckelquadern errichtete, quadratische Turm. Zur ursprünglichen Anlage gehörten ferner eine Ringmauer und ein Torbau, in dem 1219 eine Urkunde ausgestellt wurde.

1352 verkauft Friedrich von Üsenberg die Burg an Heinrich IV. von Hachberg. In dieser Zeit entstanden die Schildmauer und weitere Bauten. 1515 gelangte sie – baufällig und nicht bewohnbar – in den Besitz von Ritter Wolf von Hürnheim der wohl letzte Baumaßnahmen durchführte. Damals wurde der Palas umgestaltet und mit einem prunkvollen Kachelofen ausgestattet. Nach der Zerstörung 1638 zerfiel die Burg und diente als Steinbruch, so dass der einstige Baubestand heute nur noch ansatzweise ablesbar ist.

 

Zeittafel

1200

Die Herren von Üsenberg erhalten die Vogtei über die Güter des Kloster Andlau. Zu diesem Besitz gehörten die Ortschaften Bleichheim, Wagenstadt, Nordweil, Bombach, Dorf Kenzingen, Herbolzheim und andere.

1203 Ersterwähnung castri Chornberc. Bis zu diesem Zeitpunkt ist keine eindeutige Zuweisung zum Kastenbuck oder zur Kirnburg möglich.

1219 Rudolf I. von Üsenberg urkundet in seiner Burg in castro nostro Kvrinberc in prima porta supiori (in der Burg Kurinberc oberhalb des Tores).

1249 Rudolf II. von Üsenberg gründet die Stadt Kenzingen.

1290 Herrschaft Üsenberg wird geteilt. Rudolf III. von Üsenberg erhält die niedere Herrschaft Üsenberg mit Kirnberg und Kenzingen.

1298 Rudolf III. von Üsenberg nimmt die Herrschaft Kürnberg von Habsburg zu Lehen.

1311 erste Erwähnung des Verwalters Johann Meiger von Kürnberg.

1331 Hugo von Üsenberg überträgt seinem Vogt Johannes dem meyer von Kurenberg Güter in Bleichheim (darunter Kastenbuck).

1354 Mit dem Tod Friedrichs von Üsenberg erlischt die Kenzinger Linie. Habsburg und Hachberg streiten sich bis 1370 um das Erbe.

1372 Burg und Herrschaft Kirnberg kommen an Habsburg und bleiben dort trotz laufender Verpfändungen bis 1806.

1424 Die Stadt Straßburg erhält die Burg und Teile der Herrschaft.

1515 Kaiser Maximilian belehnt Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein mit Burg und Herrschaft. Da die Burg baufällig ist zieht er nach Kenzingen.

1638 Im 30jährigen Krieg wird die Burg durch Truppen Herzog Bernhards von Weimar endgültig zerstört.

1662 Die Ruine wird mit dem Dorf Bleichheim, den umgebenden Waldungen, dem Kirnberger Schlosshof und dem Streitberger Hof Lehensbesitz der Grafen von Kageneck.

1967 Die Ruine kommt mit Waldungen in Besitz des Landes Baden-Württemberg und wird an die Stadt Herbolzheim übergeben.

1974/1982 Sanierungsarbeiten durch die Schutzaktion Kirnburg.

 

(Bearb. van Akkeren/Jenisch)

 

     

Mosaik der Burg Kürnberg


     


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